Welche Frau träumt nicht davon, einmal in die farbenfrohe und schillernde Bonbonwelt der 50er zurückkatapultiert zu werden? Von coolen Sunnyboys mit Haartolle im schicken Cadillac ins Autokino kutschiert werden, engumschlungen zu Oldies und Evergreens aus der Jukebox tanzen, Milchshakes schlürfen und das Tanzbein zum Rock’n'Roll schwingen!

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Fröhlich und farbenprächtig war die Ära des Wirtschaftswunders, in der der amerikanische Traum vom Glück durch Konsum gelebt wurde. Die pure Lust am Leben und am Vergnügen war in der Nachkriegszeit der 50er Jahre besonders ausgeprägt, die man vor allem auf Tanzabenden vollstens auslebte. Und freilich brauchte es hierfür geeignete Kleider, die einerseits die weibliche Silhouette und die Wespentaille vorteilhaft betonten, die andererseits aber auch elegant mit den schnellen Bewegungen zu Twist, Rockabilly und Rock `n` Roll schwangen.
Klein - „petit“- musste der Frau neues liebstes Kleidungsstück also sein, idealerweise aber auch als „coat“ unter dem Rock zu tragen – et voilà, erfunden war der Petticoat! Zu Chubby Checker, Elvis Presley und Chuck Berry wurde getwistet, gejivet, gerockt und gerollt, was das Zeug hielt, und die wilden Kleider mit Tellerrock wirbelten in allen Farben und Mustern über die Tanzfläche. Freche Polka Dots – Punkte von kleiner, mittlerer oder großer Dimension- oder fetzige Blumenmuster im Retrostil schmückten die prächtigen Kleider aus mehrlagigen Organza-, Nylon- und Chiffonstoffen. Besonders beliebt war das sogenannte Vichy Karo Design, das die Petticoat-Kleider vornehmlich in den Farben Schwarz, Rot und Blau zierte. Nichtsdestoweniger ist es vor allem den großen Stil- und Modeikonen wie Marilyn Monroe, Grace Kelly oder Audrey Hepburn zu verdanken, dass die Kleider im Petticoat-Stil derartige Popularität erlangten.
Dabei war der Petticoat ursprünglich als bauschiger Unterrock gedacht, der mit mehreren Tüllschichten weiten Röcken und Kleidern die richtige Passform und der Trägerin folglich amerikanische Eleganz verleihen sollte. In den späten 50ern entbrannte sogar eine hitzige Diskussion, ob Petticoats als Überbekleidung überhaupt sichtbar sein dürften.
Doch der Petticoat setzte sich durch und bald mussten auch die Girls der 50er nicht mehr auf Accessoires und passendes Schuhwerk zu ihren stilvollen Kleidern verzichten: auf bunten Pumps mit hohen Pfennigabsätzen stöckelten und steppten sie durch die lebhafte Lollipop-Welt, das Haar streng mit einer farbigen Schleife zusammengebunden oder offen von einem breiten Haarband zurückgehalten. In der Taille betonten sie die ausladenden Kleider mit Stretchgürteln in Satinoptik oder breiten Miedergürteln. Und auch frieren mussten die schicken Ladies dank Schultertücher, die sie um die Schultern drapierten, nicht.
Und auch heute haben Kleider im Petticoat-Stil nichts an ihrer Nostalgie und Beliebtheit eingebüßt: Sie werden - wenn auch in einer „abgespeckten“ Version - nach wie vor gerne als Sommerkleid getragen oder ziehen auf Mottopartys die Blicke auf sich, wo noch getwistet wird wie in den guten alten Zeiten. Ein zeitloser Kleider-Klassiker eben!


