Eines der Interessantesten Mode Comebacks der vergangenen Jahre hat wohl die Designerin Diane von Fürstenberg hingelegt. 1997 begann sie wieder ihre bekannten Wickelkleider zu designen. Doch warum Comeback, wenn die Kleider bis heute up-to-date sind? Deshalb hier die Geschichte der Diane von Fürstenberg und ihres bekanntesten Stücks, dem Wickelkleid, nun einmal von vorne:

Die junge frischverheiratete Diane von Fürstenberg kam in den 60er Jahren aus Europa nach New York. Dort begann sie sich aus T-Shirts Kleider zu nähen, denn sie fand in New York kein unkompliziertes einfaches Kleid, das ihren Vorstellungen entsprach. Ihre gesellschaftlichen Kontakte erlaubten es ihr, ihre Entwürfe der damaligen Chefin der US-«Vogue», vorzustellen und sie daraufhin professionell fertigen und vermarkten zu können. Und das Wickelkleid traf den Nerv der Zeit. Zu Beginn der 1970er Jahre waren immer mehr jungen Frauen berufstätig und der Bedarf nach einem bequemen, aber eleganten Kleid war einfach gegeben. Auch die Prominenz begann sich für die schönen Wickelkleider der erst 23-Jährigen Designerin zu interessieren.

Die Begeisterung der berühmten Trägerinnen machte das Wickelkleid noch bekannter, und Diane von Fürstenberg avancierte selbst  zur Prominenten, die daraufhin zum  Jet-Set der damaligen Zeit gehörte. Der Stil des Wickelkleides war charakteristisch: Das enganliegende Wickelkleid mit tiefen V-Ausschnitt war kurz geschnitten und aus Jersey Stoff. Farblich waren die Kleider entweder mit bunten geometrischen Mustern oder Animal-Prints versehen. Das Wickelkleid wurde schnell zum Klassiker und Diane von Fürstenberg begann auch eigene Kosmetik- sowie Gepäckserien herauszubringen.

Der Erfolg dauerte bis in die 80er Jahre an. Doch dann flaute das Interesse an dem Wickelkleid und an ihren Designs  ab. Diane von Fürstenberg begann sich langsam aus der Modeszene zurückzuziehen und verkaufte nach und nach ihr Unternehmen. Sie zog zurück nach Europa und gründete in Paris ihren eigenen Verlag. Der Rückzug aus der Modebranche fiel ihr nach eigener Aussage furchtbar schwer. In einem Interview gab sie an, dass es für sie ein richtiger Identitätsverlust war, der sie sogar krank gemacht hatte.

Doch während ihrer Abwesenheit aus der Modebranche kam in den USA ein Phänomen auf, dass Dianes Leben nachhaltig beeinflussen würde. Ihre Tochter berichtete ihr Ende der 90er Jahre, dass junge Frauen in Second Hand Läden, die alten Modelle der  von Diane von Fürstenberg entworfenen Wickelkleider massenweise aufkauften. Es hatte ein regelrechter Boom eingesetzt und die jungen erfolgreichen Damen, waren bereit immense Summen für ein gebrauchtes Wickelkleid von Diane von Fürstenberg zu zahlen.

Daraufhin kommt sie 1997 mit einem Comeback nach New York zurück. Im Gepäck hat sie ihr Wickelkleid im neuen Design. Der Neustart wird ein voller Erfolg. Aus den anfänglich drei Mitarbeitern, mit denen Diane von Fürstenberg gestartet war, sind bis heute weltweit mehrere hundert geworden. Das Wickelkleid ist auf der ganzen Welt ein riesen Erfolg und das Interesse flaut nicht ab. Ganz im Gegenteil, die Designerin ist heute erfolgreicher denn je. So lebt Diane von Fürstenberg den Traum eines jeden Designers: Ihr Werk ist gefragt, beliebt und so etabliert, dass es als Klassiker sie sicher überdauern wird.