Seit einigen Jahren besitzt die momentan angesagte Mode wieder einen unverwechselbaren Stil, der den Frauen ihre Weiblichkeit zurück schenkt: der Empire-Stil. So findet man nicht nur das ein oder andere Kleid, sondern auch Blusen oder Shirts in diesem besonderen Schnitt. Das Kleid im Empire-Stil zeichnet sich heute vor allem dadurch aus, das es unter der Brust am engsten geschnitten ist, meistens noch durch ein Band betont, und dann weiter auseinander läuft.
Ansonsten sind einem in Länge und Material heutzutage sämtliche Freiheiten gelassen: es gibt das Kleid knöchellang oder als Minikleid, man findet sowohl ein Kleid aus Seide, wie auch ein Kleid aus Wolle. Vorgabe ist jedoch im Original immer, dass sich das Kleid fließend um den Körper legt und somit sowohl verdeckt, als auch alles enthüllt. Unterhaltsame Informationen zum Empirekleid wie auch zu anderen Begriffen findet man, um weitere Wissenslücken zu schließen, bei Brigitte. Interessant ist, dass das Kleid im Empire-Stil bis jetzt so wenig Berühmtheit erlangt hat. Schließlich war der Wechsel der Mode zum Empirekleid eine wahre Revolution. Nicht zufällig geschah dies wohl in Paris ein paar Jahre nach der französischen Revolution 1789. Daher bekam das Kleid auch seinen Namen: Napoleon versuchte, ein neues französisches Empire (deswegen auch die französische Aussprache des Namens) in Europa zu schaffen und verbreitete gleichzeitig die modische Welt von Paris.
Seine Gattin Joséphine de Beauharnais war die erste Empirekleid-Trägerin und wurde damit zur viel kopierten Stilikone. Revolutionär waren sowohl der Schnitt, die Stoffe wie auch die Auswirkungen des Kleides: die Ausschnitte wurden viel tiefer als zuvor und machten wohl nicht wenige Männer verrückt. War das Motto vorher, den Körper unter einer Vielzahl von Tüllröcken zu verwahren, zeichneten sich nun unter den leichten Stoffen wie Seide, Chiffon oder Musselin sämtliche Rundungen ab. Es freuten sich jedoch nicht nur die Männer über diesen Wandel: endlich durften die Frauen das einschnürende Korsett ablegen und wandelten nun beschwingt in einem nur ein paar Gramm schweren Kleid durch die Welt. Beliebt waren damals unterschiedlichste Farben mit schönen Stickereien und auch Puffärmel sind man oft an historischen Kleidern. Die Idee für dieses lang fließende Kleid entliehen die Modeschöpfer damals ihrer Vorstellung der Kleider der Antike. Man wollte diese Kultur neu beschwingen und aufleben lassen.
Was für unsere Zeit unglaublich erscheint, bei manchem heute noch bestehenden Modewahn jedoch einleuchtend erscheint, ist die Tatsache, dass viele Frauen, die solch ein Kleid trugen, nicht selten an schweren Erkältungen litten und auch daran starben. In England wurde der neue französische Stil übernommen, jedoch ein wenig abgewandelt und bekam den neuen Namen Regency. Die Kleider waren weniger pompös, aber nicht weniger schmucksam. Liest man die Jane Austen-Werke, kommen einem direkt die eleganten Damen dieser Epoche vor Augen, die oft ein Kleid im Regency-Stil trugen. Sobald sich jedoch ein Abstieg Napoleons ankündigte, war es auch mit der modischen Freiheit der Frauen wieder vorbei und die Biedermeier-Zeit brachte den Frauen das Korsett zurück. Einen sehr konkreten Überblick über sämtliche verschiedenen Arten sowohl des Empire-Kleid, als auch des Regency-Kleids der damaligen Zeit gibt la-pompadour. Hier findet man auch Beschreibungen und Bilder vieler anderer Epochen und die Möglichkeit, sich ein Originalkleid oder ein selbst entworfenes auf den Leib schneidern zu lassen. Das gleiche Angebot macht auch die Seite historical-costumes, auf der man noch eine Menge mehr an interessanten, historischen Fakten über diese Epoche lernen kann.


